Umsatzsteuer

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Die Umsatzsteuer

Der alternative Name für die Umsatzsteuer, die Mehrwertsteuer, erklärt das Prinzip der Umsatzsteuer bereits im Namen: Es geht immer um die Versteuerung des Mehrwertes, den ein Produkt oder eine Dienstleistung im Rahmen der Durchlaufzeit in einem Unternehmen hat. Das wird dadurch erreicht, weil die auf die Einkäufe entfallende Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend gemacht werden kann. Beim Wiederverkauf wird dann die Umsatzsteuer an den Käufer verrechnet. Demnach ist die Differenz zwischen der abzuführenden Umsatzsteuer und der erhaltenen Vorsteuer genau gleich dem Anteil des Mehrwertes des Produktes. Da die Umsatzsteuer immer nur als Aufschlag auf die konkreten Kosten berechnet wird, ist die Umsatzsteuer für den Unternehmer in der Regel nur ein Durchlaufposten der keine Kosten verursacht. Grundsätzlich hat immer nur der Endverbraucher die Umsatzsteuer zu bezahlen.

Beispiel: Ein Unternehmer erstellt eine Ware und verkauft diese um 500 EUR + 100 EUR UST. Die 100 EUR UST sind an das Finanzamt abzuführen. Der Käufer, ebenfalls Unternehmer, kann die 100 EUR als Vorsteuer geltend machen und verkauft seinerseits das Produkt um 1.000 EUR + 200 EUR UST. Der Verkäufer muss die 200 EUR UST an das Finanzamt abführen. In Summe ist nur die Differenz von 100 EUR, der so genannten Mehrwert, zu bezahlen. Der Endkunde, eine Privatperson, muss den Gesamtbetrag von 1.200 EUR an den Unternehmer bezahlen und kann mangels unternehmerischer Tätigkeit keine Vorsteuer geltend machen.

Umsatzsteuervoranmeldung

Die Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) muss in regelmäßigen Abständen an das Finanzamt durchgeführt werden. Der Zeitraum der UVA hängt vom Vorjahresumsatz ab. Lag dieser über 30.000 EUR (vor 2006: 22.000 EUR), so muss die UVA monatlich, sonst vierteljährlich durchgeführt werden. In der UVA müssen folgende Details der geschäftlichen Tätigkeit enthalten sein:

  • Daten des Unternehmers
  • Einnahmen und die damit in Verbindung stehenden Umsatzsteuerbeträge
  • Die Vorsteuer der Ausgaben sowie die Einfuhrumsatzsteuer
  • Innergemeinschaftliche Erwerbe bzw. die damit verbundene Erwerbsteuer
  • Steuerfreie Beträge

Grundsätzlich hat die UVA direkt über das Internet zu erfolgen und ist inzwischen nur mehr in Ausnahmefällen auf Papier (Vordruck U30) [BMF03] durchzuführen.

Umsatzsteuerbefreiung

In bestimmten Fällen sind Umsätze von der Umsatzsteuer befreit. Grundsätzlich werden zwei Fälle unterschieden:

Echte Steuerbefreiung

Der Vorsteuerabzug beim leistenden Unternehmer bleibt erhalten. Das bedeutet, dass der Umsatz von der Umsatzsteuer entlastet wird.


Dies tritt bei folgenden Fällen und Leistungen ein

  • Ausfuhrlieferungen über einem Wert von 75 EUR: Wenn Waren ins Ausland verkauft werden und sowohl der Ausfuhrnachweis (z.B.: Frachtbriefe), als auch die korrekte buchhalterische Verbuchung (Buchungsnachweis mit Aufzeichnung über den Kunden, die Ware, Entgelt, Ausfuhrnachweis) erfolgen, dann kann eine umsatzsteuerfreie Lieferung durchgeführt werden.
  • Lohnveredelungen


Analog zur Ausfuhrlieferung gilt bei der Lohnveredelung, dass die Waren nach der Veredelung wieder ins Ausland ausgeführt werden müssen.

  • Seeschiff- und Luftfahrt
  • Grenzüberschreitende Güterbeförderung und Personenbeförderung

Unechte Steuerbefreiung

Hierbei handelt es sich um spezielle Leistungen oder Lieferungen, die steuerfrei verrechnet werden und geht das Recht des Vorsteuerabzugs verloren. Die wichtigsten Fälle für die EAR hier aufgelistet:

  • Umsätze von Sozialversicherungen
  • Aufsichtsratsvergütung
  • Umsätze von Tagesmüttern oder Pflegeeltern
  • Umsätze von gemeinnützigen Sport-Vereinigungen
  • Umsätze von Ärzten, Dentisten, Psychotherapeuten oder Hebammen
  • Kleinstunternehmer

Beispiel: Problem der unechten Steuerbefreiung in der Unternehmerkette: Unternehmer A liefert Waren inkl. UST an den unecht steuerbefreiten Unternehmer B (z.B.: Kleinunternehmer, etc). Dieser muss den Bruttobetrag als Aufwand verbuchen und verrechnet die mit Umsatzsteuer belastete Ware / Leistung an Unternehmer C ohne Umsatzsteuer weiter. Der Unternehmer C kann nun auf seiner Seite keine Vorsteuer mehr geltend machen, bezahlt diese jedoch indirekt mit.

Siehe auch

Kleinstunternehmer

Umsatzsteuergesetz

Umsatzsteuer neu ab 2010