Rechnung

Aus FreeFinance
Wechseln zu:Navigation, Suche

Die Rechnung

Bei Geschäften, die ein Unternehmer tätigt, werden in der Regel Rechnungen oder Honorarnoten erstellt. Diese dienen zum Nachweis der erbrachten Leistung bzw. als Nachweis für den Eigentumsübergang. Rechnungen haben zudem bestimmte inhaltliche Ansprüche, die es einzuhalten gilt, um Probleme im Falle einer Steuerprüfung zu vermeiden. Die finanzrechtlichen Anforderungen sind in §12 Absatz 1 UStG bzw. § 11 UStG geregelt. Hintergrund für die besondere Strenge ist der korrekt abzuwickelnde Vorsteuerabzug seitens der Unternehmer. Um keine Regelverstöße zu begehen, gibt es folgende Checkliste für Rechnungen, getrennt nach deren Rechnungshöhe:

Bis 150 EUR (ab 1.3.2014 400 EUR) inklusive Umsatzsteuer (Kleinbetragsrechnungen)

  • Name und Anschrift des Lieferanten
  • Menge und Bezeichnung des Gegenstandes bzw. Umfang der Leistung
  • Datum der Leistungserbringung. Bei Sammelrechnungen kann auch der Zeitraum angegeben werden.
  • Brutto - Rechnungsbetrag ist ausreichend
  • Angabe des Umsatzsteuersatzes bzw. der Art der Steuerbefreiung (zb: Reverse Charge)
  • Rechnungsdatum (Ausstellungsdatum)

Diese Form von Rechnungen kommt vor allem bei Rechnungen im Gastgewerbe zur Anwendung. Kleinbetragsrechnungen können nur innerhalb Österreichs ausgestellt werden.

Zwischen 150 EUR (ab 1.3.2014 400 EUR) und 9.999 EUR inklusive Umsatzsteuer ist weiters notwendig

  • Name und Anschrift des Empfängers/Kunden
  • Der Rechnungsbetrag muss in den Netto- und den Steuerbetrag (mit Steuersatz) aufgeteilt werden, sofern Umsatzsteuer verrechnet wird. Bei verschiedenen Steuerbeträgen sind diese getrennt auszuweisen.
  • Rechnungsnummer (fortlaufend)
  • Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID-Nummer) des Lieferanten, sofern Umsatzsteuer verrechnet wird

Ab einer Höhe von 10.000 EUR inklusive Umsatzsteuer ist weiters notwendig

  • UID-Nummer des Empfängers

Bei unecht befreiten Unternehmern, die sich keine Vorsteuer abziehen dürfen, oder pauschalierten Landwirten muss keine UID-Nummer angegeben werden. Durch die Einhaltung der Vorgaben ist die Prüfung der Vorsteuer für das Finanzamt einfacher durchführbar. Die UID Nummer der Geschäftspartner ist vom Rechnungssteller zu prüfen. Dies kann z.B.: durch ein Bestätigungsverfahren, das die EU via Internet zur Verfügung stellt, kontrolliert werden. Der Rechnungsleger ist für eine korrekt ausgestellte Rechnung verantwortlich. Stimmen Formvorschriften nicht, ist der Rechnungsaussteller verpflichtet diese zu korrigieren. Dies ist sogar zivilrechtlich einklagbar.

Sonderregelungen

innergemeinschaftliche Rechnungen

Kommt es zu innergemeinschaftlichen Lieferungen an Unternehmer muss dies extra vermerkt auf der Rechnung angeführt werden. Beispiel:

Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung gemäß Art. 6 Abs. 1 USt

Reverse Charge

Kommt es zu Reverse Charge Leistungen an Kunden, die Unternehmer sind, muss dies extra vermerkt auf der Rechnung angeführt werden. Reverse Charge Leistungen können entweder Leistungen an Kunden im EU-Ausland oder Spezielle Leistungen, wie Bauleistungen oder Sicherungsleistungen sein. Beispiel:

Reverse Charge Leistung gemäß § 19 Abs. 1 UStG (Steuerschuld auf den Leistungsempfänger über)

Umsatzsteuerbefreiter Unternehmer

Ist der Unternehmer umsatzsteuerbefreit ist dies ebenso auf der Rechnung anzugeben. Beispiel:

Gemäß § 6 Abs. 1 Z ... ist die Lieferung bzw. Leistung steuerfrei.

Die Zahl der Steuerbefreiung ist analog zur Einstellung unter Jahreseinstellungen einzutragen.

E-Rechnung

Eine neue Form der Rechnungserstellung bzw. –zusendung ist die E-Rechnung. In diesem Fall wird die Rechnung nicht wie üblich auf Papier mittels Post gesendet, sondern als E-Mail oder auf Homepages zum Download zur Verfügung gestellt. Voraussetzung für die Versendung von E-Rechnungen ist die Zustimmung des Empfängers. Die Echtheit der Rechnung muss nachweisbar sein. Dies ist mittels Sicherheits-Zertifikaten oder Signaturschlüssel möglich. Nur eine Rechnung, die eine gültige digitale Signatur aufweist, berechtigt den Empfänger zum Vorsteuerabzug. Bei der Speicherung von E-Rechnungen muss sichergestellt sein, dass diese Zertifikate oder Schlüssel ebenso mit gespeichert und sieben Jahre lang aufbewahrt werden.

Gutschriften und Anzahlungen

Werden Waren oder Leistungen nicht mittels Zahlung, sondern über Gutschriften abgerechnet, muss der Leistungsempfänger diese Gutschriften ausstellen. Gutschriften sind ebenso vorsteuerabzugsberechtigt. Bei An- bzw. Vorauszahlungen ist genauso eine korrekte Rechnung zu erstellen und sie sind ebenso umsatzsteuerpflichtig. Die Endrechnung muss die bereits geleisteten Beträge wieder berücksichtigen.

Siehe auch

Jahreseinstellungen
Faktura Überblick
Faktura Neue Dokumente
Faktura Rechnung