Ist–Sollbesteuerung

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Ist – Soll Besteuerung

Die Finanz unterscheidet den Zeitpunkt, in dem Einnahmen oder Ausgaben in der Buchhaltung aktiv werden, und bezeichnet diese als Ist– oder Sollbesteuerung.

Bei der Sollbesteuerung, oder auch Besteuerung nach vereinbarten Entgelten genannt, wird das Rechnungsdatum als Identifikation für die Steuerschuld herangezogen. Die Verschiebung der Rechnung in ein späteres Monat der Leistungserbringung darf nur maximal ein Monat betragen. Der tatsächliche Zahlungseingang bzw. Zahlungsausgang ist irrelevant. Die Sollbesteuerung ist in der doppelten Buchhaltung verpflichtend.

Bei der Istbesteuerung, oder Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten, wird das Datum der tatsächliche Ein- bzw. Ausgang als Fälligkeit für die Umsatzsteuer definiert. Das Datum der Leistungserbringung ist nicht maßgeblich. Die Istbesteuerung ist die grundsätzliche Besteuerungsart für

  • alle Freiberufler
  • Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte, sofern diese nicht buchführungspflichtig sind
  • Vermieter und Hausverwalter wenn der Umsatz unter 110.000 EUR pro Jahr beträgt
  • Bestimmte Versorgungsunternehmen (wie Gas-, Wasser- oder E-Werke, Müllabfuhr, etc).

Dieser Unterschied macht sich in der Entstehung der Steuerschuld bemerkbar.

Die Umsatzsteuer ist immer spätestens 1 Monat und 15 Tage nach Entstehung der Steuerschuld an das Finanzamt zu melden bzw. abzuführen.

Beispiel:

Leistungserbringung Rechnungsdatum Zahlungsdatum Steuerschuld Soll-Besteuerung Steuerschuld Ist-Besteuerung
2007.03.15 2007.03.22 2007.04.10 März 2007 April 2007
2007.03.15 2007.04.10 2007.06.22 April 2007 Juni 2007
2007.03.15 2007.06.15 2007.08.03 April 2007 August 2007
2007.04.15 2007.02.05 2007.03.10 März 2007 März 2007
2007.06.15 2007.07.25 2008.01.10 Juli 2007 Jänner 2008

Tabelle: Beispiele zur Soll – Ist Besteuerung

Wie aus dem Beispiel zur Soll – Ist Besteuerung ersichtlich ist, ergeben sich unterschiedliche Zeitpunkte, zu dem die Steuerschuld an das Finanzamt entsteht. Verzögert sich die Zahlung, so kann es vorkommen, dass der Unternehmer bei der Sollbesteuerung die Umsatzsteuer dem Finanzamt vorstrecken muss. Bei der Istbesteuerung fließt bei jahresübergreifender Rechnungs- bzw. Zahlungsperiode der Betrag der Einnahme bzw. Ausgabe in das nächste Jahr.

Aus diesem Grund ist für Einnahmen – Ausgaben Rechner die Istbesteuerung grundsätzlich vorzuziehen und als Standard für die EAR vorgesehen. Es kann auf Wunsch auch in der EAR die Sollbesteuerung verwendet werden. Es reicht, wenn die Umsatzsteuervoranmeldung nach dem Sollprinzip durchgeführt wird. Dies kann bei oftmaligen Voraus- bzw. Anzahlungen von Kunden von Vorteil sein.

Siehe auch

WKO Soll- und Istbesteuerung