Freibetrag

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Freibetrag und Gewinnfreibetrag

Freibetrag für investierte Gewinne (FBiG) (bis inkl. 2009)

Seit 2007 gibt es für Selbständige und Gewerbetreibende, die zur Aufzeichnung mittels Einnahmen – Ausgaben Rechnung verpflichtet sind, eine neue Art der steuerlichen Begünstigung von Investitionen. Bilanzierenden Unternehmen steht eine ähnliche Möglichkeit der begünstigten Versteuerung nicht entnommener Gewinne zur Verfügung. Als Freibetrag können maximal 10% des Gewinnes, maximal jedoch von 100.000 EUR, steuerfrei geltend gemacht werden. Hierbei sind jedoch nur begünstigte Anlagevermögen oder junge Wertpapiere heranzuziehen. Der Freibetrag kann nicht in Kombination mit der Basispauschalierung (auch genannt Vollpauschalierung) verwendet werden.

Besonders interessant ist diese Möglichkeit deshalb, da die Abschreibung der Anlagen und der Freibetrag gemeinsam steuerlich wirksam abgesetzt werden können. Somit wirkt die Investition doppelt Gewinn mindernd. Begünstigte Anlagen sind jene Anlagen, deren Nutzungsdauer mindestens 4 Jahre beträgt. Somit sind geringwertige Wirtschaftsgüter von dieser Regelung ausgeschlossen, wie auch Gebäude, Luftfahrzeuge, PKW, gebrauchte Wirtschaftsgüter oder Güter, für die Forschungsprämien oder Forschungsfreibeträge in Anspruch genommen wurden. Bei Wertpapieren muss ebenso die Behaltedauer von 4 Jahren eingehalten werden, da sie primär als Pensionsrückstellung dienen. Das Finanzministerium veröffentlicht regelmäßig die gültigen Wertpapiere und Fonds.

Gewinnfreibetrag (GFB) ab 2010

Ab dem Jahr 2010 wird der 10%ige Freibetrag für investierte Gewinne (FBiG) zum 13%igen Gewinnfreibetrag. Die Grundsätzlichen Regelungen bleiben analog zum FBiG erhalten - jedoch stehen beim GFB jetzt jedem Steuerpflichtigen ohne Nachweis der sogenannte Grundfreibetrag in Höhe von 3.900,-- EUR automatisch zu (entspricht 13% der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze von 30.000,-- EUR). Durch Investitionen oder Kauf von begünstigten Wertpapieren kann der GFB über den Grundfreibetrag weiter angehoben werden.

Neu im Vergleich zum FBiG ist, dass der Grundfreibetrag von 3.900,-- EUR auch bei Betriebsausgabenpauschalierung angewendet werden kann.

Förderungen

Forschungsförderung

Forschungsfreibetrag I (FFB I) § 4 Abs 4 Z 4a EStG EStR Rz 1298 ff

  • Voraussetzung: Aufwendungen zur Entwicklung oder Verbesserung volkswirtschaftlich wertvoller Erfindungen
  • Berechnung
    • 25% der begünstigten Forschungsaufwendungen
    • 35% für jenen Teil der begünstigten Forschungsaufwendungen, die das arithmetische Mittel der letzten drei Jahre übersteigen;
    • bei Neugründungen 35% der begünstigten Forschungsaufwendungen
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe; alternativ Forschungsprämie
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR); Ausweis in StE

Forschungsfreibetrag II (FFB II) § 4 Abs 4 Z 4 EStG EStR Rz 1329a ff

  • Voraussetzung: Aufwendungen (Ausgaben) zur Forschung und experimentellen Entwicklung
  • Berechnung
    • bis 2003 15%
    • ab 2004 25% der begünstigten Forschungsaufwendungen
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR); Ausweis in StE

Forschungsfreibetrag III (FFB III) § 108c EStG EStR Rz 8208 ff

  • Voraussetzung: alternativ zum FFB II; Aufwendungen (Ausgaben) zur Forschung und experimentellen Entwicklung, für die der FFB I nicht in Anspruch genommen wird
  • Berechnung
    • bis 2003 5%
    • ab 2004 8% der Forschungsaufwendungen
  • Betriebsausgabe/Prämie: Prämie
  • Art der Inanspruchnahme: Formular E 108c (nicht bei Pauschalierung); Einreichung bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt- oder Feststellungsbescheids (ab 2004)

§ 4 Abs 4 Z 4b EStG (ab 1.1.2005) Voraussetzung

Aufwendungen (Ausgaben) für in Auftrag gegebene Forschung und experimentelle Entwicklung

  • Auftrag an Einrichtungen oder Unternehmen, die mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben befasst sind
  • Sitz dieser Unternehmen in EU/EWR
  • Kein beherrschender Einfluss oder Gruppenmitglied (§ 9 KStG)
  • Mitteilung an den Auftragnehmer, bis zu welchem Ausmaß der FFB III in Anspruch genommen wird, bis zum Ende des Wj des Auftraggebers
  • Insoweit kein Anspruch auf FFB I und II bzw. Prämie für den Auftragnehmer

Berechnung

  • 25% der begünstigten Forschungsaufwendungen (max. € 100.000/Wj)
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR)

Bildungsförderung

Externer Bildungsfreibetrag § 4 Abs 4 Z 8 EStG (BFB I) EStR Rz 1352 ff

  • Voraussetzung: Aufwendungen, die unmittelbar mit der Aus- oder Fortbildung von Dienstnehmern in Zusammenhang stehen und von externen Aus- und Fortbildungseinrichtungen in Rechnung gestellt werden
  • Berechnung: 20% der Aufwendungen zur beruflichen Weiter- und Fortbildung von Dienstnehmern
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe/alternativ Prämie
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR); Ausweis in StE
  • Vergütung: Betriebseinnahme erhöht sich um den für den BFB I geltend gemachten Prozentsatz. Eine spätere Vergütung ist um 20% zu erhöhen.

Interner Bildungsfreibetrag § 4 Abs 4 Z 10 EStG (BFB II)EStR Rz 1352 ff

  • Voraussetzung: innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen
  • Berechnung: 20% der Aufwendungen für innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen; max. € 2.000 pro Kalendertag
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR)
  • Vergütung: Betriebseinnahme erhöht sich um den für den BFB II geltend gemachten Prozentsatz. Eine spätere Vergütung ist um 20% zu erhöhen.

Bildungsprämie § 108c EStG EStR Rz 8210 ff

  • Voraussetzung: Aufwendungen, die unmittelbar mit der Aus- oder Fortbildung von Dienstnehmern im betrieblichen Interesse in Zusammenhang stehen und von externen Aus-und Fortbildungseinrichtungen in Rechnung gestellt werden
  • Bemessungsgrundlage: 6% der Bildungsaufwendungen, soweit diese nicht Grundlage des BFB I sind
  • Betriebsausgabe/Prämie: Prämie/alternativ BFB I
  • Art der Inanspruchnahme: Formular E 108c (nicht bei Pauschalierung); Einreichung nach Ablauf des Wj bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt- oder Feststellungsbescheids (ab 2004)

Lehrlingsförderung

Lehrlingsfreibetrag § 124b Z 31 EStG EStR Rz 1440 ff

  • Voraussetzung: Lehrverhältnisse wurde vor dem 1.1.2003 begonnen; keine Geltendmachung der Lehrlingsausbildungsprämie
  • Bemessungsgrundlage
    • Beginn Lehrverhältnis: € 1.460,00
    • Ende Lehrverhältnis: € 1.460,00
    • Lehrabschlussprüfung: € 1.460,00
  • Betriebsausgabe/Prämie: Betriebsausgabe/alternativ Prämie
  • Art der Inanspruchnahme: bilanzmäßig oder außerbilanzmäßig (MWR)

Lehrlingsausbildungsprämie § 108f EStG EStR Rz 8230 ff

  • Voraussetzung: Eingehen eines definitiven Lehrverhältnisses (§ 1 BAG), aufrechtes Lehrverhältnis
  • Bemessungsgrundlage: € 1.000 pro Lehrjahr (€ 2.000 für Mangelberufe)
  • Betriebsausgabe/Prämie: Prämie, soweit kein LFB
  • Art der Inanspruchnahme: Formular E 108c (auch bei Pauschalierung), Einreichung nach Ablauf des Wj. bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt- oder Feststellungsbescheids (ab 2004)

Investitionsförderung

Investitionszuwachsprämie § 108e EStG

Prämie von 10% des Investitionszuwachses in ungebrauchte, körperliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter in den Kalenderjahren 2002, 2003 u. 2004.

  • Nicht begünstigt sind Investitionen in Grund und Boden, in Gebäude, in Software, in gebrauchte Anlagen und der Erwerb von PKWs und Kombis (ausgenommen Fahrschul-KFZ sowie KFZ, die zu mindestens 80% der gewerblichen Personenbeförderung dienen, wie zB Taxi-Fahrzeuge) sowie im Ausland eingesetzte Anlagen.
  • Keine Prämie gibt es für geringwertige Wirtschaftsgüter (AK bis € 400) mit Sofortabschreibung gem. § 13 EStG oder für Investitionen, für welche Begünstigungen für katastrophenbedingte Ersatzinvestitionen in Anspruch genommen werden.
  • Die Prämie kann auch für vermietete Anlagen, soweit überwiegend im Inland eingesetzt, in Anspruch genommen werden.

Prämienbegünstigt ist der Investitionszuwachs, das ist jener Betrag, um den die Investitionen in den Kalenderjahren 2002, 2003 und 2004 den Durchschnitt der Investitionen der jeweils drei vorangegangenen Wirtschaftsjahre übersteigen. Antrag mit Formular E 108e (Investitionszuwachsprämie 2004: Antrag bis zur Rechtskraft des ESt-, KSt-, oder Feststellungsbescheides möglich).

Behinderte §35 EStG

Freibetrag, soweit keine pflegebedingte Geldleistung beansprucht wird: Minderung der FB in € Erwerbstätigkeit pro Jahr

  • 25% bis 34% 75,00
  • 35% bis 44% 99,00
  • 45% bis 54% 243,00
  • 55% bis 64% 294,00
  • 65% bis 74% 363,00
  • 75% bis 84% 435,00
  • 85% bis 94% 507,00
  • ab 95% 726,00

Siehe auch

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