Brutto-Nettoverrechner

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Brutto – Nettoverrechnung

Die Verrechnung der Umsatzsteuer auf Einnahmen ist für alle Unternehmer, sofern diese nicht von der Umsatzsteuer befreit sind, verpflichtend. Es gibt jedoch zwei unterschiedliche Arten der Durchführung der EAR, die Brutto- und die Nettoverrechnung.

Bruttoverrechnung

Bei der Bruttoverrechnung werden alle Betriebsausgaben und -einnahmen mit dem Bruttobetrag, also samt Umsatzsteuer, in die EAR einbezogen. Dadurch erscheint zum Zeitpunkt der Einnahme die Umsatzsteuer als erfolgswirksamer Betrag und wird somit zusätzlich als Einnahme betrachtet. Alle Betriebsausgaben müssen ebenso inklusive Umsatzsteuer als Ausgabe deklariert werden. Die Differenz ergibt den Betrag, der an das Finanzamt zu überweisen ist. Bei der Überweisung der Umsatzsteuer an das Finanzamt wird dieser Betrag als Betriebsausgabe und im Falle einer Vorsteuergutschrift als Einnahme verrechnet. Diese Art der Verrechnung kommt heutzutage nur noch selten, am ehesten noch bei Vermietung und Verpachtung oder bei unechter Steuerbefreiung (z.B.: bei Ärzten), zum Einsatz.

Beispiel: Ein Unternehmer hat Ausgaben für Büromaterial im Wert von 500 EUR + 100 EUR UST am 10.10.2007. Bezahlt hat der Unternehmer den Gesamtbetrag von 600 EUR. Am 10. November werden die 100 EUR als Betriebsausgaben feststellt. Zum Fälligkeitsdatum der Umsatzsteuer, 15. Dezember, erhält der Unternehmer die Vorsteuer von 100 EUR vom Finanzamt gutgeschrieben – diese ist somit eine Betriebseinnahme.

Nettoverrechnung

Bei der Nettoverrechnung werden alle Einnahmen und Ausgaben mit dem Nettobetrag, also ohne Umsatzsteuer, in der EAR verwendet. Dadurch kommt es bei der Zahlung der UST an das Finanzamt weder zu einer Einnahme noch zu einer Ausgabe. Die Umsatzsteuerbeträge werden als Durchlaufposten behandelt. Die Nettoverrechnung ist bei EAR die gängigste Variante, ist jedoch bei unecht steuerbefreiten Unternehmern nicht anwendbar.

Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoverrechnung ist lediglich der, dass es unter Umständen zu einer kleinen zeitlichen Verschiebung des Gewinnes, aufgrund der erfolgswirksamen Einbeziehung der Umsatzsteuer bei der Bruttoverrechnung, kommen kann.

Unecht Umsatzsteuerbefreit

Lt. Finanzministerium gelten eine Reihe von Berufsgruppen als Unecht Umsatzsteuerbefreit. Hierzu zählen unter Anderen:

  • Kleinstunternehmer mit einem Jahresumsatz von weniger als 30.000 EUR
  • Umsätze von Grundstücken im Sinne des §2 Grunderwebsteuergesetz
  • Ärzte, Dentisten, Psychotherapeuten, Hebammen
  • Versicherungsvertreter und Bausparkassenvertreter
  • etc

Die gesamte Liste der Unecht Steuerbefreiten Berufsgruppen unter §6 UstG Abs. 1

Nähere Details unter Unecht Umsatzsteuerbefreit

Siehe auch

Unecht Umsatzsteuerbefreit